Mein Weg zu Training, Coaching und SWITCH!
Anja Lorenz · Sportmentaltrainerin und systemischer Coach
Zum Sportmentaltraining bin ich nicht über den Sport gekommen.
Warum ich mich heute mit Coaching und Sportmentaltraining beschäftige, hat viel mit meiner persönlichen Geschichte zu tun.
Von Beruf bin ich Diplom-Kauffrau und war fünfzehn Jahre lang in der Kundenbetreuung einer Druckerei tätig. Dort habe ich erlebt, wie unkontrollierte Belastung an die Substanz gehen kann und ich an einem Burnout erkrankte.
Danach stand ich vor der Frage, wie es weitergehen soll. Ich wollte eine neue Stabilität aufbauen. Wie das gelingen könnte, wusste ich damals allerdings nicht.
Ich habe mein Leben neu geordnet.
Es begann mit vielen Büchern und noch mehr Fragen. Ich habe gelesen, was mir in die Hände kam, und mich immer wieder gefragt, was ich eigentlich brauche und was mir guttut.
Dann habe ich die äußeren Rahmenbedingungen verändert und mein Leben privat wie beruflich neu sortiert. In meinen alten Beruf bin ich nicht zurückgekehrt. Damals war ich überzeugt, alle Fäden durchschneiden zu müssen, damit etwas Neues entstehen kann. Heute sehe ich das anders – aber zu jener Zeit war es der einzige Weg, der mir eingefallen ist.
Zum Neubeginn gehörte für mich deshalb auch die Suche nach einer Tätigkeit, die noch viel mehr zu mir und meinen Fähigkeiten passt. Ich war sicher: Eine solche Aufgabe würde mich nicht aus dem Gleichgewicht bringen, sondern mir Halt geben.
Ein langer Prozess aus Ausprobieren, Entscheiden und Neuausrichten.
Eine genaue Vorstellung, welche Tätigkeit das sein könnte, hatte ich nicht. Also habe ich mich auf ein Selbstexperiment eingelassen: Ich habe verschiedene berufliche Ideen nacheinander ausprobiert und jedes Mal genau reflektiert, welche Erlebnisse ich dabei machte und welche Wirkung sie auf mich hatten.
Dieser Weg verlangte immer wieder Entscheidungen. Ich bin auf alte Muster und Glaubenssätze gestoßen, habe gelernt, sie zu erkennen und zu verändern, und musste mir selbst erarbeiten, wie ich mein Ziel im Blick behalte. Dieses Ziel war nicht nur ein neuer Beruf, sondern ein komplett neues Leben, in dem ich mich glücklich, gesund, leistungsfähig und stabil fühlen wollte. Dabei habe ich manchen Haken geschlagen und manche Pirouette gedreht – aber ich bin drangeblieben.
Rückblickend ist mir klar, dass ich mich durch dieses Selbstexperiment immer wieder selbst in enorme Druck- und Stresssituationen gebracht habe. Denn die eine Hälfte meines Kopfes entschied gefühlt noch nach alten Mustern, während die andere Hälfte die Fragen schon neu beantworten wollte. Genau das ist die eigentliche Schwierigkeit im Training.
Deshalb weiß ich heute: Mentale Techniken bringen uns nur dann wirklich weiter, wenn wir sie kontinuierlich praktisch anwenden.
Vieles, was ich neu lernte, kannte ich bereits aus meiner eigenen Praxis.
Auf diesem Weg bin ich systemischer Coach geworden. In der Ausbildung wurde mir klar, dass ich einen großen Teil von dem, was im Coaching geschieht, längst für mich selbst getan hatte: Ich hatte mir genau die Fragen gestellt, die Coaches stellen – nur allein und mit sehr viel Zeit. Mit einem Coach an meiner Seite wäre ich vermutlich um ein Vielfaches schneller gewesen.
Je länger ich trainierte, desto mehr Freude machte es mir, denn die Ergebnisse wurden sichtbar. So wuchs meine Neugier, wie es Leistungssportler eigentlich schaffen, auf ihrem mühsamen Weg zum sportlichen Ziel dranzubleiben und mit den enormen Anforderungen und dem Druck im Wettkampf umzugehen. Ich habe mich zur Sportmentaltrainerin ausbilden lassen und dort erneut manches wiedergefunden, was ich bereits an mir selbst erprobt hatte.
Unterwegs wurde messbar, was dabei entstanden war.
Im Herbst 2025 wurden meine sozialen und persönlichen Kompetenzen mit einer DNLA-Analyse gemessen. Das Ergebnis hat mich selbst überrascht: hohe Werte in Selbstsicherheit, emotionaler Stabilität, Kritikstabilität und Misserfolgstoleranz.
Genau diese Fähigkeiten verstehe ich unter mentaler Stärke. Im beruflichen Kontext bedeuten sie für mich Stresskompetenz.
Die Ergebnisse waren eine unfassbare Bestätigung, dass ich es tatsächlich geschafft hatte, meine Vision von Stabilität zu verwirklichen.
Was sich für mich durch mentales Training verändert hat
Ich kann meine Aufmerksamkeit bewusster ausrichten und finde schneller zurück zu dem, was gerade wichtig ist.
Fehler, Kritik oder Rückschläge werfen mich nicht mehr tagelang aus der Bahn. Ich kann eine Situation verarbeiten, daraus lernen und meist schnell wieder zu meiner nächsten Aufgabe zurückfinden.
Ich verliere weniger Energie durch Grübeln, Ärger und Gedanken, die mich nicht weiterbringen. Entscheidungen treffe ich klarer, weil ich besser weiß, welches Ergebnis ich erreichen will.
Heute fühle ich mich glücklich, gesund, leistungsfähig und stabil.
Ein Umschaltmoment für den nächsten guten Schritt.
Der Name ist von einem sogenannten Umschaltmoment inspiriert, über den ich zum ersten Mal in einem Buch von Veit Lindau gelesen habe. Dort wurde der „Switch“ als trainierte Fähigkeit beschrieben, in extremen Belastungssituationen bewusst den inneren Modus zu wechseln. Der Begriff hat mich sofort angesprochen, weil er genau beschreibt, worum es in Stresssituationen geht: bewusst umschalten.
Weil mir in den Drucksituationen meines Selbstexperiments die Führung meiner Gedanken über Fragen sehr geholfen hat, wollte ich für meine Arbeit eine eigene, leicht anwendbare Struktur entwickeln – einfach zu merken und genau dann hilfreich, wenn man innerlich blockiert ist. So ist die SWITCH!-Methode entstanden.
Sie ist eine Brücke: heraus aus dem Gedankenkarussell, hinein in die eigene Gedankenführung – und damit in die bewusste Steuerung des nächsten guten Schritts.
- SStilleIch werde jetzt ruhig. Bewusst atmen und die Aufmerksamkeit auf die Situation richten.
- WWohinWas ist mein Ziel?
- IIchWas kann ich jetzt tun?
- TTunBringt mich das, was ich jetzt tue, meinem Ziel näher – ja oder nein?
- CChancenWelche Chancen und welche Risiken gibt es?
- HHandelnWie handle ich jetzt konkret?
Je öfter du diese Fragen nutzt, desto selbstverständlicher stehen sie dir zur Verfügung – so entsteht dein neuer innerer Autopilot.
Aus meinem Weg ist meine Arbeit geworden.
Auf meinem Weg habe ich festgestellt, dass Coaching und Training wirklich zu mir passen – und ich liebe es, das zu tun. Es ist mir ein Herzensanliegen, meine Erfahrungen, die ich auf diesem Weg gemacht habe, und mein Wissen an andere zu vermitteln. Denn ich möchte Menschen die Möglichkeit geben, der Belastung ganz bewusst dort etwas entgegenzusetzen, wo sie gerade stehen – ohne sofort alle Wege abschneiden zu müssen, so wie ich es damals getan habe.
Heute weiß ich, dass das möglich ist – und dass es sich trainieren lässt.
Entwicklung soll nicht abstrakt bleiben.
Was wir zusammen erarbeiten, soll in echten Situationen helfen: in Gesprächen und Entscheidungen, bei Veränderungen, im beruflichen Alltag, nach Fehlern und Rückschlägen.
Ich arbeite klar, strukturiert und nah an der Anwendung. Je nach Mensch und Situation kann das sehr ruhig und zuhörend sein – oder energiegeladen und motivierend. Wichtig ist mir, mit Kopf und Herz dabei zu sein und gemeinsam herauszufinden, was dir in deiner Situation tatsächlich hilft.
Ich trainiere, begleite und vermittle.
Neben meinen eigenen Trainings, Coachings und Vorträgen bin ich als Lebenslagen-Coach für den Bildungsträger Grone tätig. Und weil ich auch selbst sportlich trainieren wollte, bin ich im KROKO-FIT Radebeul als Aquatrainerin aktiv.
- Sportmentaltrainerin
- Systemische Coach:in
- Change Manager
- Diplom-Kauffrau
- Referentin für betriebliche Aus- und Weiterbildung
- AEVO
- Scrum Master
- Aqua Trainer, Lizenzstufe C
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Anja